Wuppertal

Wuppertal

Was ist das für ein Ort? 

Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal umfasst die Nordstadt, eines der 69 statistischen Wohnquartiere Wuppertals, gelegen im Stadtbezirk Elberfeld. Die Elberfelder Nordstadt gehört zu Deutschlands größten zusammenhängenden Altbaugebieten aus der Gründerzeit. Die Bebauung ist geprägt durch mehrstöckige Mietshäuser in den Stilen des Historismus und der Gründerzeit. Auf einer Fläche von 1,18 Quadratkilometer leben 16.899 Menschen, die Nordstadt gehört damit zu den am dichtesten besiedelten Stadtgebieten von Wuppertal.  

Die Einzugsgebiete der Schlüsselschulen von Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal sind laut Bildungsbericht 2012 von allen drei Risikolagen betroffen: Erwerbslosigkeit, geringer/kein Bildungsabschluss und Armut.

Wer ist beteiligt? 

Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal startete im August 2009 und wurde nach mehrmonatiger Anlaufphase im Juli 2010 offiziell eröffnet. Gründungsinitiatoren sind die Stadt Wuppertal, das Land Nordrhein-Westfalen, die RAA Wuppertal und die Freudenberg Stiftung. Anfang 2014 übernahm die Alte Feuerwache Wuppertal die Trägerschaft des Programms.

Schlüsselschulen von Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal sind die Städtischen Gemeinschaftsgrundschulen Marienstraße und Markomannenstraße. Weitere Praxisorte sind die Gesamtschule Else Lasker-Schüler, die Städtischen Tageseinrichtungen für Kinder Höchsten 57, Marienstraße 7 und Marienstraße 10, die Kindertagesstätte Rotznasen e.V., die Migrantenorganisation Anadolu Wuppertal e.V. sowie die Bergische VHS – Bereich Familienbildung und die Zentrale Kinder- und Jugendbibliothek Wuppertal mit ihrem Bücherschiff. 

 

Kita oder Hort: 4

Grundschule: 2

Gesamtschule: 1

Einrichtung mit Förderschwerpunkt: 1 

Kinder- und Jugendeinrichtung: 4

Weitere Netzwerkpartner: 3

Pädagogische Werkstatt: 1

Welche Handlungsbedarfe gibt es? 

Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrkräfte nehmen wahr, dass viele Kinder die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb bei Schulbeginn noch nicht ausgebildet haben und konstatieren einen weitreichenden Förderbedarf in den Bereichen Wortschatz, phonologische Bewusstheit, Sprachverständnis, Sprachgebrauch, Konzentration, Kommunikation und Weltwissen. Regelmäßig durchgeführte Lernstandsmessungen anhand normierter Verfahren zum Schulstart an beiden Schlüsselschulen zeigen: Deutlich mehr Kinder als im bundesweiten Durchschnitt weisen Verzögerungen in ihrer Lernentwicklung auf (Entwicklung mathematischer Vorläuferfertigkeiten, Sprache). Viele Kinder zeigen während der Grundschulzeit Lernschwierigkeiten in den zentralen Bereichen Lesen, Rechnen, Schreiben.

Aus unterschiedlichen Gründen, z.B. aus sozialen, emotionalen, sprachlichen oder finanziellen, können viele Eltern ihre Kinder im Hinblick auf schulisches Lernen nicht adäquat unterstützen. Schulen und Kitas können dem bestehenden Handlungsbedarf –Nachteilsausgleich, individuelle Förderung, Integration, Inklusion – allein nicht gerecht werden. Das Angebot an gut erreichbaren, kostengünstigen bzw. kostenfreien Angeboten für Eltern sowie an unterrichtsergänzenden, anregungsreichen, interessen- und talentfördernden Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche ist im Quartier gemessen an Nachfrage und Bedarf nicht ausreichend.

Darüber hinaus sind verbesserte Bildungsvoraussetzungen von Kindern/Familien mit Migrationshintergrund, seit 2015 verstärkt auch von Kindern/Familien mit Fluchterfahrung, eine fortwährende Herausforderung.

Welche Ziele sollen erreicht werden? 

Um vor dem Hintergrund der Bedarfslage die Bildungschancen von Kindern in der Nordstadt zu verbessern, verfolgt Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal vor allem zwei Schwerpunktziele: Die Gelegenheiten für Kinder, ihre Sprache und ihre Gesamtpersönlichkeit auszubilden, werden im Quartier systematisch erweitert. Kinder mit Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Rechnens und Schreibens werden individualisiert unterstützt und gefördert. Zielführende Arbeitsschwerpunkte sind Entwicklung einer Literacy-Kultur im Quartier, individualisierte Lernförderung, Beteiligung der Eltern, Integration und Begleitung der Programmentwicklung in den Schulen.

Welche Veränderungen wurden erreicht? 
  • Entwicklung einer Literacy-Kultur im Quartier: In Literacy-Räumen, die die materiellen und medialen häuslichen Gegebenheiten eines bildungsförderlichen Elternhauses nachbilden, haben Kinder die Möglichkeit, vielfältige und lustvolle Literacy-Erfahrungen zu machen. Im Rahmen des Projekts Die VorleserInnen – durchgeführt in Kooperation mit der Stiftung Lesen – erfahren die Kinder eine gezielte Förderung ihrer sprachlichen Basiskompetenzen, erweitern ihr Weltwissen, entwickeln ihre Persönlichkeit und machen wertvolle Bindungserfahrungen.
  • Individualisierte Lernförderung: In enger Kooperation mit den Schlüsselschulen ermittelt die Pädagogische Werkstatt Förderschwerpunkte und bestmögliche Förderzeiten und –orte und organisiert entsprechende Angebote außerschulischer Lernförderung.
  • Beteiligung der Eltern: In regelmäßig stattfindenden Gruppenangeboten erfahren Eltern Impulse, wie sie die Bildungswege ihrer Kinder aktiv begleiten und eine gesunde (Lern-) Entwicklung ihrer Kinder im Familienalltag fördern können. Kinder, deren Eltern die Kurse besuchen, meistern den Übergang in die jeweilige Bildungsinstitution weitgehend problemlos.
  • Integration: Kinder mit Fluchterfahrung, die die Schuleingangsphase besuchen, erhalten nachmittags ein verlässliches Betreuungsangebot zur individuellen Stabilisierung und zur Sicherung wesentlicher Bedingungen für eine erfolgreiche Integration.
  • Programmentwicklung in Schule: In multiprofessionellen Lerngemeinschaften kooperieren Grundschullehrkräfte mit sonderpädagogischen und lerntherapeutischen sowie weiteren außerschulischen Fachkräften und entwickeln gemeinsam Konzepte zur verbesserten individuellen Förderung im Bereich Mathematik und Lesen. Auf diese Weise bereichert das Expertenwissen verschiedener Berufsgruppen das Schulprogramm. 
Förderer 

Ein Quadratkilometer Bildung Wuppertal ist eine gemeinsame Initiative der Alten Feuerwache, der Freudenberg Stiftung, des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Wuppertal. 

Kontakt und Adresse 

Pädagogische Werkstatt
Gathe 6
42107 Wuppertal

T 0202 245-1993
F 0202 2549-084

Anne Richter, richter@altefeuerwache-wuppertal.de
Eva Somrei, somrei@altefeuerwache-wuppertal.de
www.altefeuerwache-wuppertal.de